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Hülse
Es wurde eine speziell hergestellte GP11-Hülse verwendet. Die Fertigung erfolgte jeweils nur in einer
Werkzeugstation, um die Streuung so gering als möglich zu halten. Wegen des Ausziehwiderstandes wurde der
Mündungsdurchmesser verringert und als letzte Operation die Reinigung der Hülsen durchgeführt.
Zündelement
Die Fertigung des Zündelementes 1.1-001.04 erfolgte, gemäss Operationsplan, normal. Bei der
Abgabeprüfung wird der Run-Down-Test durchgeführt. Fabrikate mit möglichst geringer Streuung bezüglich
Ansprechempfindlichkeit und Handhabungssicherheit werden für diese Patrone ausgesucht und entsprechende
Fabrikate reserviert.
Geschoss
Der Geschossmantel besteht aus CuZn 10, einer Tombak-Legierung. Die unterschiedlichen Wetterverhältnisse
und auch die verschiedenen Schiessbedingungen (CISM-Wettkampf, 10 Schüsse in 90 Sekunden)
verlangen drei Geschossmassen, nämlich 11,4 gr / 12,4 gr / 13,0 gr.
Um die Fertigung der Geschosse möglichst zu vereinfachen, wurde nach einigen Vorversuchen, eine
Aussenform (13,0 gr) und unterschiedliche Bleikernmassen vorgesehen.
Nachdem auch hier einige Versuche mit der üblichen Blei-Antimon-Legierung nicht zum Ziel führten,
versuchte man eine Blei-Zinn-Legierung. Mit dem Legierungsanteil Zinn wir die Masse des Geschosskerns
derart gesteuert, dass bei gleicher Aussenform die beiden "Leichtgewichte" erzielt werden können. Auch
hier ist Gleichmässigkeit der Massen gefragt. Die Bleikerne dürfen höchstens +/- 0,01 gr vom Sollgewicht
abweichen. Die Herstellung der Geschosse erfolgt auf einer - bezüglich Lagerspiel - optimal eingestellten
10-Stufen-Manurhin-Presse. Hier kommt das Fingerspitzengefühl des Bedienungsmannes besonders zum
Tragen.
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Pulver
Vorerst wurden die Versuche mit dem noch vorhandenen Pulver von M+FA durchgeführt. Die Untersuchungen
über Pulvercharakteristiken, vor allem der Zusammenhang zwischen Ladungsmasse und Vo respektive Pmax
wurde herauskristallisiert und nach einigen Misserfolgen ein normales GP11-Treibladungspulver gefunden,
das den Vorstellungen recht nahe kam.
Laborierung
Das Dosieren des Pulvers auf +/- 0,010 gr genau erfolgt auf einer halbautomatischen Wägeeinrichtung. Es
können pro Tag ca 1000 Patronen laboriert werden.
Anschliessend an die Dosierung erfolgt das Einstossen des Geschosses mit Nachkontrolle (Gewicht) und
Sichtkontrolle (Kratzer, Beulen usw.). Als letzter Arbeitsgang erfolgt das Fetten der Führungspartie am
Geschoss und das Verpacken.
Beschuss
Läufe und Systeme der Fa Tanner, Fulenbach, die denjenigen des Kaders entsprechen, wurden beschafft
und ausgetestet. Der Rhythmus beim Beschuss, die berührungslose Bedienung des Systems waren
Erkenntnisse, die im Laufe der Versuche suksessive erprobt wurden und die zu gleichmässigen Resultaten führten.
Von 1988 bis 1990 erfolgten Werkversuche sowie Beschüsse mit der Nationalmannschaft in Walenstadt.
Die erste Ablieferung an die Nationalmannschaft trägt das Lab.-Datum 1.2.91. 1992 wurde die
Losnummerierung eingeführt.
Die grossen Erfolge an den beiden 300-m-Europameisterschaften 1991 und 1993, bewiesen eindrücklich,
dass den Thuner Technikern eine sehr erfolgreiche Produktion gelungen ist.
Kosten
Dass eine Matchpatrone einen wesentlich höheren Beschaffungspreis hat, ergibt sich - zwangsläufig - aus
dem hohen Anteil manueller Fertigung. Am meisten zu Buche schlagen dabei die Laborierungskosten.
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