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Im Kanton Graubünden
gelten die Vorschriften eines Mindestkalibers von 10,2 mm für die Jagd auf
Hochwild. Das Bündner Kaliber entstand aus dem dazumaligem Vetterli – Kaliber.
Dies veranlasste den Inhaber der Firma Andreto AG in Zug zur Entwicklung einer
neuen Patrone mit der Bezeichnung „10,3x64“. Gründe für das Kreieren einer neuen
Patrone sind viele denkbar. Das reicht einfach von der Freude an einer
Eigenschöpfung bis zur Schliessung von Lücken im Patronenangebot.
 Eher in die letztere Schublade gehört die vom Inhaber in Zug beheimateten Firma
Andreto AG konstruierte Patrone 10,3 x 64. Anlass für den Firmeninhaber Andrea
W. Häberli war die Jagdsituation im Kanton Graubünden, wo das Jagdrecht für die
Hochwildjagd zwingend ein Mindestkaliber (Bohrungsdurchmesser) 10,2 mm
vorschreibt (Vetterli-Kaliber). Dominiert wird die Jagdszene aufgrund dieser
Vorgabe von der Randpatrone 10,3 x 60 R. Die 10,3 x 60 R ist nichts anderes als
die schweizerische Version der alten britischen Patrone .450/400 BPE 2 1/8“, die
um das Jahr 1880 entstand und kurz von der Jahrhundertwende auf rauchschwache
Nitropulver umgestellt wurde.
Die International längst in Vergangenheit geratene .450/500 2 3/8“ NE lebt in
Graubünden als 10,3 x 60 R weiter und wird mit hochwildtauglichen Laborierungen
verwendet. Bei Geschossgewichten von 16,4 g erreicht die 10,3 x 60 R V° Werte
von etwa 685 m/s, was eine E° von 3846 Joule ergibt. Versorgt werden die
Benutzer der 10,3 x 60 R durch Komponenten bzw. Patronen aus schweizerischer und
deutscher Produktion. |
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Neben der Jagd entsteht
Munitionsbedarf durch die üblichen Übungsschiessen und Wettkämpfe, bei denen
ebenfalls die Mindestkalibervorschriften eingehalten werden muss. Kosten von
etwa CHF 3.- pro Patrone regen da verständlicherweise zum Experimentieren an und
sorgen für eine grosse Schar an Wiederladern.
Die mächtige Patrone 10,3 R mit ihrem Bodendurchmesser von 15,80 mm erfordert
auch beim Waffenbau aufwendige Arbeit, passt ihr Stossboden doch in kein
international verbreitetes Mass. Die meisten international vorhandenen
Büchsenkaliber über 10,2 mm liegen in der Kasse der Grosswildpatronen und sind
in ihrer ballistischen Leistung für europäisches Wild zu stark. Ferner belasten
sie den Schützen extrem durch ihren Rückstoss. So trifft man bei den Schiessen
in Graubünden denn auch eher selten auf Kaliber wie beispielsweise .404 Jeffry
oder 416 Rem.Mag. |
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Die Renaissance der
.416er-Kaliber (Geschossdurchmesser .416/10.57 mm) brachte Andrea W. Häberli auf
die Idee, in diesem Kaliber mit leichteren Geschossen zu arbeiten. Das
Hülsenvolumen der .416 Rem. Mag. War dazu jedoch etwas zu gross. So entschied
sich Häberli für die Ausgangshülse .458 Win. Mag. Diese wird einfach für
Geschosse im Durchmesser .416/10.57 mm eingezogen. Versorgt wird die 10,3 x 64
mit Geschossen im Gewicht von 17,0 g, die ebenfalls von der Firma Andreto AG,
Büchsenmacherei und Jagdwaffenfabrik, Grabenstr. 10, CH-6300 Zug, zu beziehen
sind. Die ballistischen Daten der 10,3 x 64 liegen deutlich über denen der 10,3
x 60 R. Das 17,0 g schwere Teilmantelgeschoss erreicht eine V° von 832 m/s, was
eine E° von 5876 Joule ergibt. Die Vorteile der neuen Patronen liegen auf der
Hand. Waffenseitig passen alle Verschlüsse mit dem international verbreiteten
Stossboden der .375 H&H Mag. Und von der ballistischen Leistung her verfügt das
neue Kaliber über eine bessere Rasanz. Die Kosteneinsparung durch die relativ
preiswerten .458 Winchester Magnum- Basishülsen kommt noch als angenehmer
Nebeneffekt hinzu. |